die Dame

Das Leben könnte so schön sein. Im abgelegenen Piermas, fern von Veldenz und seiner Sittenstrenge, führt Frau Miltraud-Ottilie, deren voller Name Baroness Mitltraud-Ottilie von Safersidel-Baumholder die stolze Verwandtschaft verrät, ein weitgehend unbehelligtes und vor allem unabhängiges Leben. Führt? Führte! Denn leider ist die Verwandtschaft nicht nur stolz sondern auch hartnäckig und traditionsbewusst. Miltraud-Ottilie muß unter die Haube, da gibt es kein Pardon. Schon wird bei Hofe über passende Partien geplaudert. Passend für den Geschmack der Verwandtschaft, versteht sich, nicht für den der Dame.
Doch Frau Miltraud-Ottilie wäre nicht wo sie ist, fern der Verwandtschaft, wenn sie sich so leicht beugen ließe. Wenn sie schon heiraten muß, dann doch bitte nach ihrem Gusto. Und so verkünden schon bald die Ausrufer in allen Himmelsrichtungen den Ruf eines bevorstehenden Turniers. Wer sich dem Kampf um die Dame stellen will und besteht, dem winkt vielleicht schon bald ihre Hand … und ihr Erbe!



das Herzogtum Veldenz

Das Herzogtum Veldenz wurde über drei Jahrzehnte von einem Erbfolgekrieg erschüttert. Oswin, der Alte hatte es damals versäumt seine Erbschaft zu klären. Sein unehelicher Sohn Oswin II gewann vor einem Jahrzeht nach vielen Kämpfen den Krieg und erhob sich zum Herzog von Veldenz. Nach dessen kürzlichem Tod ist nun sein Sohn Ottokar I der neue Herzog.

Veldenz besteht aus zehn Baronien namens Baumholder, Hermeskeil, Kusel, Piermas, Safersiedel, Thalfang, Waldmohr, Wendel, Wolfstein und Zweibrücken.

 

Die Veldenzer sind erzkonservativ. Männer und Frauen haben klar getrennte Aufgabenbereiche. Männer kämpfen und kümmern sich um die Politik, Frauen führen den Haushalt und sind nicht erbberechtigt. Eine Frau mit Waffen gilt als Armutszeugnis für den Mann, der nicht in der Lage ist sie zu schützen - und ist noch dazu streng verboten. Nach dreißig Jahren Erbkrieg ist die Zahl der Männer allerdings arg geschrumpft. Viele kehrten nicht zurück, manche mit einem Kriegstrauma. Daher lockern sich auch hier in der einfachen Bevölkerung langsam die engen Ketten, aber noch nicht beim Adel.

 

 


Veldenzer Traditionen

Fasanen Schubsen

Eine Ballsportart für maximal vier Damen. Mit Federn bewehrte Ledersäckchen, die Fasane, werden mit besaiteten Holzschlägern hin- und her geschubst. Dabei tragen die Spielerinnen kleine spezielle Strohhüte mit Bändern. Wichtig ist dabei der teilweise alkoholhaltige Konsum erfrischender Getränke mit Holundersirup und Minzblättern. „Veldenzer Fasanen Schubsen“ ist ausschließlich Frauen und Damen vorbehalten. Es gibt bei diesem Spiel keine Siegerin, da keine Punkte gezählt werden.

Das Veldenzer Fasanen Schubsen ist nicht zu verwechseln mit dem Pfauen schubsen, das eher eine Anspielung im amourösen Bereich darstellt, und eine Beziehung zwischen zwei nicht verheirateten Adeligen aus Sicht der Dame bezeichnet. So ist „Du schubst wohl jeden Pfau“ eine Beleidigung oder „Ich schubse heute Nacht einen Pfau“ eine sehr Rahja gefällige Andeutung.

 

 

Imman

Hrodgar brachte aus seiner Heimat das Immanspiel mit. Kinder jeder Schicht haben seitdem viel Zeit mit zerschundenen Knien auf den Wiesen verbracht, um den Ball ins gegnerische Tor zu befördern. Imman wird gerade in Safersidel und Baumholder gern und viel gespielt.

 

Das Veldenzer Streitkästchen

 Veldenzer Männer haben auch genug vom Krieg. Um Meinungsverschiedenheiten zu klären, ohne sich zu töten, gibt es daher die Möglichkeit sich mit seinem Kontrahenten zu boxen. Dazu gibt es die Veldenzer Streitkästchen, in denen Bänder zum Händebandagieren liegen. Wird ein solches Kästchen von einem Mann angefordert, wird es in Kürze knallen. Auch Rechtstreitigkeiten können so gelöst werden.

 

Das Außen und das Innen – Veldenzer Lebensweise

 Die Geschlechtertrennung in Veldenz ist strikt geregelt. Jeder übernimmt seinen Part. Männer sind für das „Außen“ zuständig. Sie kämpfen, treffen Entscheidungen, führen politische Debatten, verheiraten, vererben, wohingegen die Frauen für das „Innen“ zuständig sind: Sie sind die Verbindung zu den Herdgöttern, kümmern sich um Kranke, Alte und Verwundete, organisieren den Haushalt, die Buchführung und halten das soziale Leben am Laufen (und geben ihrem Gatten den ein oder anderen politischen Hinweis)

 


die Baronie Piermasens

 Piermas liegt im Süd-Osten des Herzogtums Veldenz. Lehensherr und Gastgeber ist Freiherr Arwain Arodon, ein ursprünglich aus Aventurien stammender Ritter, und dessen Ehefrau Gotlind-Florentine, eine nahe Verwandte des Herzogs und der potentiellen Braut Miltraud-Ottilie.

 

Piermas grenzt im Norden und Westen an andere Ländereien des Herzogtums, im Süden an das Reich der Franken und im Osten an die von Orks und wilden Männern bevölkerte Pfalz. Piermas ist nicht nur Name des Lehens, sondern auch der einzigen Stadt darin. Die nächstgrößeren Orte sind Burgalben und Rodalben, stattliche Dörfer, jedoch ohne Stadtrecht.

 

In Piermas geht das Leben einen gemächlichen, traditionellen Gang. Die meisten Menschen sind Bauern oder Handwerker. Freiherr Arwain hat den Glauben an die Zwölf Götter seiner alten Heimat mitgebracht und lässt ihnen Tempel errichten. Praios wacht über Ordnung und Recht, Rondra ist die Ehre der Krieger, die gütige Travia schützt Gastrecht, Ehe und Herdfeuer, Peraine lässt heilende Kräuter und die Früchte des Feldes gedeihen. Sie und noch acht weitere Götter haben nicht nur alle Bereiche des Lebens sondern auch die Verehrung durch die Sterblichen unter sich aufgeteilt.

 

Andere Wesen als Menschen sieht man selten. Elfen und Zwerge werden mit Skepsis, Neugier und versteckter Bewunderung betrachtet. Orks, Goblins, Trolle und ähnliche Wesen sind Feinde, die man erschlägt oder vor denen man flieht. Magie wird mit skeptischem Aberglauben betrachtet. Ihre Anwendung ist nicht verboten, doch muss ein jeder Zauberer sich bei der Herrschaft melden und für die Ausübung seiner Kunst Abgaben entrichten. Wer der Nutzung schwarzer Künste überführt oder auch nur verdächtigt wird, der hat in der Regel nur noch ein kurzes Leben zu erwarten.

 

Männer und Frauen sind in Piermas – anders als im Rest des Herzogtums - gleichberechtigt, nennenswerte Rollenunterschiede gibt es nicht. Anhänger fremder Götter werden in der Regel toleriert, so sie ihre Gebete nicht an offensichtlich düstere Götter richten oder den Glauben der Einwohner verächtlich machen.